Immanuel Gottlieb Elwert

Erinnerungen des Schiller-Freundes Immanuel Elwert aus der Ludwigsburger Jugendzeit, 1772: „Häufig schlenderten wir in unseren Freistunden in den Ludwigsburger Alleen herum, und da ist es mir noch mit Lachen erinnerlich, dass unsere Unterhaltung meist Klagen über unser Schicksal (wozu wir aber keinen Grund hatten) und kindisch schimärische Pläne für unser künftiges Leben waren.“

Von kindisch schimärischen Plänen fürs Leben zum Amtsarzt

Sohn von Johann Friedrich Elwert und Rosine Charlotte Elwert, geb. Jenisch
Seit etwa 1784 Physikus, Stadt und Amtsarzt in Cannstatt.
Besuch der Lateinschule Ludwigsburg, wo eine lange Freundschaft mit seinem Nebensitzer F. Schiller begann.

Unterhalb der östlichen Stirnseite des Cannstatter Bahnhofes befindet sich die Elwertstraße, die an den einstigen Stadt-und Amtsphysikus (Amtsarzt) Immanuel Gottfried Elwert erinnert, der am 6. März 1759 in Cannstatt als Sohn des Amtsphysikus Johann Friedrich Elwert und der Physikustochter Rosine Charlotte Jenisch geboren wurde. Kurz nach Immanuels Geburt wurde der Vater durch Herzog Karl Eugen zum Leibmedikus und Medikus bei der Fußgarde nach Ludwigsburg berufen, wo der Sohn die dortige Schule besuchte. Er freundete sich mit einem Jungen an, den er in der zweiten und dritten Klasse immer neben sich gehabt hatte und der einer der größten Söhne Schwabens werden sollte: Friedrich Schiller. Womöglich standen die Familien Elwert und Schiller sen. auch in verwandtschaftlichen Beziehungen zueinander. Bei den Schwestern Schillers waren die „Jungfern Elwertin“ als Taufpatinnen eingetragen. Auch besuchte Elwerts Vater, Schillers Mutter als Arzt auf der Solitude. Als Elwert um 1772 in das Gymnasium in Stuttgart kam wurden die beiden Freunde getrennt. Doch ab 1774 waren sie wieder zusammen, als sie Herzog Karl Eugens Pflanzschule auf der Solitude besuchten. Zwei Mal, 1778 in der Anatomie, 1779 gar in „Vertheidigung der Sätze über die teutsche Sprache und Schreibart“ musste Elwert mit Schiller um einen akademischen Preis losen und erhielt diesen auch. Das Los von 1779 brachte Schiller um die Ehre, für auf einmal erhaltene vier Auszeichnungen in Gegenwart Goethes zum Chevalier ernannt zu werden. Elwert selbst erhielt während seiner Akademiezeit fünf Preise. Danach ging er nach Straßburg, wo er weiter studierte. Dorthin schrieb ihm sein Freund Schiller, der als Regimentsmedikus bei dem Stuttgarter Grenadierregiment unter Auge Dienst tat, von seiner ganz unbefriedigenden Lage, die er mit den weissagenden Worten kundtat: “Seine Knochen haben ihm im Vertrauen gesagt, dass sie nicht in Schwaben verfaulen wollen.“
 
Auch nach der Übersiedlung Schillers nach Jena und Weimar standen Schiller und Elwert weiterhin in brieflichem Kontakt. Schillers Schwägerin, Frau von Beulwitz, die einige Zeit in S-Gaisburg bei einer Freundin weilte, rühmte, als sie das Cannstatter Bad besuchte, „Elwert habe ihr eine ganz vortreffliche Arznei gegen Nervenanfälle verschrieben“.

1772 Wechsel an das Eberhard-Ludwigs Gymnasium nach Stuttgart.
1774 Aufnahme in die Militärakademie auf Schloss Solitude
1775 – 1779 zu Stuttgart.
1780 Dr.med. zu Tübingen
Ehrenmitglied der vaterländischen Gesellschaft. Gesellschaft der Ärzte und Naturforscher Schwabens. Schriftsteller in gerichtlicher Arzneikunde.

Elwert war dreimal verheiratet:
1784-1798 Maria Christiane Zech (1758-1798)
1798-1801 Christiane Friederike Zech (1770-1801)
1802-1811 Hedwig Eleonore Charlotte Griesinger (1771-1844).
Sie hinterließen sechs Kinder, darunter den Theologen Eduard Elwert.

Familienbilder

Rosine Charlotte Elwert geb.Jenisch 1732 – 1801

Mutter von Immanuel Gottlieb Elwert, verheiratet mit Johann Friedrich Elwert (1730-1787), Herzgl. Württ. Leibmedicus zu Stuttgart

Karl Christian Friedrich Elwert 1785-1824

Sohn von Immanuel Gottlieb und Maria Christiane Elwert, ältester Walddorfer Unterast

Hedwig Eleonore Charlotte Elwert geb. Griesinger 1771 – 1844

Dritte Frau von Immanuel Gottlieb Elwert
(Archiv Literatur Museum Marbach/N)